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Tipps & Tricks

Veröffentlicht auf 15.09.2016 | von Vicky

1 Kommentare

Autsch!

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Einmal ein neues Herzensprojekt begonnen, gibt es kein Halten mehr – es muss gestrickt/gehäkelt/geknüpft/gewerkelt werden bis menschliche oder tierische Mitbewohner ihre Ansprüche kenntlich machen, die Blase sich meldet oder, und das schränkt das Handarbeitsvergnügen leider deutlich mehr ein als quengelnde Mitbewohner, die Gelenke heiß laufen.

Wenn kleinere oder größere Muskelgruppen sich verspannen kann das ein Weitermachen oft nicht nur unangenehm, sondern richtiggehend schmerzhaft machen. Ich glaube, diese Schilderung kommt außer mir auch jeder anderen passionierten Handarbeitsfee irgendwie bekannt vor, oder?

Zum Glück habe ich durch meine Vergangenheit als Therapeutin einen richtig heißen Draht in Richtung Ergo- und Physiotherapie, durch welchen ich über ein paar wunderbare vorbeugende und „schadensbegrenzende“ Tipps und Übungen verfüge, die helfen, wenn die Gelenke vom Handarbeiten mal wieder glühen – und diese möchte ich heute gerne mit Ihnen teilen!

 

Bevor wir mit dem eigentlichen Training beginnen, kommen hier noch ein paar allgemeine Tipps, wie Sie sich beim „Werkeln“ von Vornherein so einrichten können, damit es Ihnen und Ihrem Körper gelingt, bei Ihrem schönen Hobby bestmöglich zu entspannen.

Das Wichtigste zuerst: achten Sie auf eine angenehme Sitzposition, die Ihnen ein möglichst ungehindertes Arbeiten erlaubt und – und das ist wirklich wichtig – wechseln Sie zwischendurch immer wieder mal Ihre Haltung. Es reicht schon, wenn Sie das Körpergewicht von Zeit zu Zeit von der rechten auf die linke Pobacke verlagern, hier und da aufstehen, sich strecken und die handarbeitsmüden Glieder locker durchschütteln. Manchmal ist es auch gut, sich das Glas Wasser, die Kaffeetasse oder den Teller mit den leckeren Keksen nicht direkt in Reichweite, sondern auf eine ein paar Meter entfernte Kommode oder einen Tisch zu stellen – damit lässt sich der kleine, innere Schweinehund, der uns so gern im Sessel hält, wunderbar austricksen.

Oder haben Sie schon mal in Erwägung gezogen, bei Projekten mit geringem Schwierigkeitsgrad und sich wiederholenden Abläufen einfach eine Zeit lang im Stehen zu verbringen? Ich nehme dafür gerne eine kleine Umhängetasche, in der mein momentanes Wollknäuel gut Platz findet, und laufe dann so lange ich Lust dazu habe im Zimmer wie eine werdende Kängurumama auf und ab.

Unsere handarbeitsgestählten Luxuskörper sind nämlich keine statischen Gebilde, sondern leben von einem Wechsel aus Be- und Entlastung, dem Wechselspiel aus An- und Entspannung der größeren und kleineren Muskelgruppen. Und das ist auch der Grund weshalb sie ungemein davon profitieren, wenn wir uns von Zeit zu Zeit aus unserer Strick-, Häkel-, Näh- oder Stickstarre lösen, um uns ein wenig durchzubewegen.

 

Bei allen im Folgenden beschriebenen Übungen gibt es ein paar Punkte zu beachten:

  • Führen Sie die Aufgaben achtsam, bedacht und mit Sorgfalt aus, vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, und lösen Sie die Spannung am Ende des Bewegungsablaufs nur langsam auf.
  • Es darf etwas ziehen bzw. ist es in Ordnung, wenn Sie beim Üben eine gewisse Spannung in den Muskeln und Bändern verspüren, Schmerzen sollten Sie dabei allerdings keine haben. Es bringt herzlich wenig, über den Schmerz „hinwegzuüben“, im Gegenteil – Sie könnten sich dadurch mehr schaden als helfen. Bereitet Ihnen eine Aufgabe Schwierigkeiten, versuchen Sie, diese noch einmal in einem geringeren Bewegungsausmaß durchzuführen. Wenn das nicht hilft, ist es natürlich auch völlig in Ordnung, diese auszulassen.
  • Nehmen Sie eine angenehme, aufrechte Haltung ein – entweder im Sitzen oder mit schulterbreit geöffneten Beinen im Stehen. Je nachdem, welche Position Ihnen persönlich sympathischer ist.

 

Jetzt geht’s aber ans Eingemachte.

 

ÜBUNG 1:

Diese Übung dürfte wohl niemandem mit etwas Aerobic-, Yoga- oder Turnerfahrung fremd sein, ist sie doch genau so einfach wie wirksam.

Setzen/Stellen Sie sich hierfür zuerst aufrecht hin, die Schultern und Arme hängen locker am Körper herab.

Neigen Sie den Kopf zur Seite, indem Sie das rechte Ohr so weit wie möglich in Richtung rechter Schulter bewegen – achten Sie darauf, dass sich nur der Kopf bewegt, die Schulter bleibt ganz ruhig. Halten Sie die Position für einige Sekunden (ca. 20 – 30 Sek.).

Machen Sie das Gleiche mit dem linken Ohr und der linken Schulter, sowie indem Sie das Kinn so weit wie möglich in Richtung Brust bringen, um den Nacken zu dehnen.

Wiederholen Sie die Bewegung für jede der drei Positionen ein paar Mal.

 

ÜBUNG 2:

Heben Sie den rechten Arm bis auf Höhe Ihres Schultergelenks an, und lassen Sie die rechte Hand locker nach unten hängen. Als Nächstes umfassen Sie die rechte Hand mit Ihrer linken und drücken sie sanft in Richtung der Unterseite Ihres rechten Unterarms, bis Sie ein leichtes Ziehen verspüren. Halten Sie diese Position für einige Sekunden, und lösen Sie dann vorsichtig wieder auf.

Wechseln Sie zum linken Arm.

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Wiederholen Sie die diese Übung auf jeder Seite ein paar Mal. Sie bildet eine perfekte Gegenbewegung zu der Haltung, die unsere Handgelenke unter anderem beim Stricken und Häkeln einnehmen.

 

ÜBUNG 3:

Nun wenden wir uns den Hauptakteuren beim Handarbeiten zu – unseren Fingern.

Strecken Sie alle Finger gleichzeitig so weit es geht durch, und halten Sie diese Position für einige Sekunden. Dann ballen Sie sie einige Sekunden fest zur Faust.

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Wiederholen Sie diese zwei Schritte auf jeder Seite ein paar Mal, und schütteln Sie die Hände anschließend locker aus.

 

ÜBUNG 4:

Im Rahmen dieser Übung bekommt Ihr Daumen seinen ganz großen Auftritt.

Führen Sie zunächst den Daumen und den Zeigefinger zusammen. Strecken Sie dann alle Finger wieder durch. Führen Sie danach den Mittelfinger zum Daumen, strecken, den Ringfinger zum Daumen, strecken … . Haben Sie alle Finger durch, wechseln Sie zur anderen Hand.

bild-4a

Was das Beste an dieser Übung ist? Wenn Sie den Daumen mit dem anderen Finger nicht nur antippen, sondern die beiden Finger jeweils fest zusammendrücken, lassen sich damit schnell und einfach die kleinen Muskelgruppen in den Fingern kräftigen.

 

Na, wer außer mir ist nach dieser kleinen Trainingseinheit noch mehr als bereit zum Weitermachen?

Dann will ich Sie gar nicht mehr länger aufhalten, und wünsche Ihnen viel Spaß beim entspannten Handarbeiten, und vor allem ganz viel Freude an und mit Ihren fertigen Werken!

 

Bis zum nächsten Mal und üben Sie schön 😉

Ihre Vicky von Too Wool To Be Cool

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Über den Autor

Vicky strickt eigentlich immer und überall, denn hat immer mindestens ein kleines Projektchen in der Tasche, um sich bei Wartezeiten oder Fahrten mit den Öffis die Zeit zu vertreiben. Vicky ist eine ehemalig Großstädterin, die es aufs Land gezogen hat. Dort lebt sie mit ihrem Hund und interessiert sich neben dem Stricken noch für tausend andere Dinge, wie Häkeln, Zeichnen, Nähen und und und, Hauptsache es ist Do-It-Yourself.




Ein Kommentar zu Autsch!

  1. Vanessa meint:

    Sowas hab ich gebraucht! Ich habe vorsorglich schonmal mit den Weihnachtsgeschenken für meine Familie angefangen und wie das so ist, kann ich kaum aufhören, haha! Danke für den Artikel 🙂

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