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Veröffentlicht auf 06.02.2018 | von Mara

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“Geh stricken!” – Beleidigung oder guter Rat?

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“Willst Du nicht lieber stricken?” – Zwar ist die Antwort darauf bei uns meist “ja”, doch die Aufforderung “stricken zu gehen” hat oft eine weniger gemütliche Konnotation als bei uns. Im Dezember wurde ein Video von der Vanity Fair veröffentlicht, welches bei uns von LoveKnitting die Frage aufgeworfen hat, ob unser liebstes Hobby wirklich immer noch mit veralteten Weltansichten in Verbindung gebracht wird.

Vanity Fair hat ein “Comedy” Video auf Facebook gepostet, in dem Ex-US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton Vorschläge für Neujahrsvorsätze gemacht werden. Mit dabei: Sich ein neues Hobby wie Stricken suchen. Oder anders: „einfach alles, was [sie] davon abhält, noch einmal bei einer Wahl zu kandidieren.“

Dass Stricken als Hobby in herabwürdigender Art und Weise erwähnt wird, ist nichts Neues. Oft werden so die Fähigkeiten einer Frau in Frage gestellt. Doch sind wir wirklich immer noch in einem Zeitalter, in dem veraltete Stereotypen betonen müssen, wie passiv und schwach (und weiblich) man ist, wenn man strickt? Eigentlich haben diese Ansichten in der modernen Welt keinen Platz mehr – sollte man meinen.

Pop-Kultur leistet manchmal ebenso einen Beitrag dazu, dass Stricken nicht gerade als das Bild einer starken Frau gilt. Allerdings gibt es ebenso immer wieder Aktionen, die das Gegenteil beweisen. In 2017 zum Beispiel wurden pinke, gestrickte “Pussyhats” zum Symbol des Protestes gegen US-Präsident Trumps Amtseinführung und vereinten so modernen Feminismus und Strickarbeiten.

Foto der „Pussyhats“ beim Women’s March 2017 von Mark Dixon

Die Sache mit dem Geschlecht

Viele Kritiker des oben genannten Videos sind der Meinung, dass Vanity Fair nicht ansatzweise die gleichen Vorschläge gemacht hätte, wenn sie sich an einen Mann gewandt hätten. Ausgerechnet einer der mächtigsten weiblichen Politikerinnen zu sagen, sie solle nach Hause gehen und stricken, denunziert nicht nur das Stricken als solches, sondern ist zudem auch sexistisch.

Ironischerweise war das Stricken nicht immer ein mit Frauen assoziiertes Handwerk. Zwischen ca. 200 n. Chr. und dem 16. Jahrhundert gab es hauptsächlich männliche Stricker und dieser “Trend” scheint zurück zu kommen. Zwar gibt es noch einiges an Arbeit (wie wir an dem Beispiel oben sehen können), doch es gibt heute immer mehr männliche A-Promis und Geschäftsmänner, die im Stricken einen Ausgleich zu ihrer Arbeit finden und dabei auch noch kreativ ihren Kopf anstrengen. Auch die zahlreichen gesundheitlichen Vorteile des Strickens bewegen immer mehr Männer, zu Stricknadeln zu greifen!

Dass dieses Handwerk immer noch hauptsächlich mit Frauen (vor allem eines höheren Alters) in Verbindung gebracht wird, ist überholt! Mit den zahlreichen erwiesenen Vorteilen des Strickens sollten Aussagen wie “geh stricken” außerdem nicht mehr als Denunziation verwendet werden, sondern viel mehr als Rat, die positiven körperlichen und mentalen Auswirkungen zu respektieren!

Mit welchen Vorurteilen wurden Sie schon konfrontiert? Teilen Sie Ihre Gedanken und Erfahrungen zum Thema in den Kommentaren!

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Über den Autor

ist 24 Jahre alt und liebt Kaffee, den Herbst und Bücher. Schreiben, Zeichnen, Designen und natürlich auch Stricken: Kreativität steht in ihrem Job und ihrer Freizeit an erster Stelle!




Ein Kommentar zu “Geh stricken!” – Beleidigung oder guter Rat?

  1. Eva Koschade-Broenner meint:

    Ich, Eva, bin 63, jetzt in Rente, war psychologische Beraterin und Demenzbetreuerin, Mutter von 6 Kindern und Oma eines suessen 8monatigen Enkels, der nun umfassend bestrickt wird. Stricken hat was Meditatives und Entspannendes, aber auch Kreatives. Stricken ist toll!

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