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Veröffentlicht auf 10.06.2016 | von Vicky

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Too wool to be cool: kleines Täschchen mit Reißverschluss

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Hallo! Hier ist Vicky, die Autorin von too wool to be cool! Es freut mich, Sie heute wieder zu einem meiner Beiträge hier bei LoveKnitting begrüßen zu dürfen. Nachdem ich Sie beim letzten Mal mit einer spaßigen Schlafbrillenanleitung verwöhnt habe, geht es heute ans Eingemachte, denn es wird etwas technisch – aber keine Sorge, das hört sich jetzt aufs erste Lesen schlimmer an, als es wirklich wird.

Ich möchte Ihnen in dieses Mal nämlich 2 unterschiedliche Wege vorstellen, wie Sie Reißverschlüsse in Ihre Strickstücke integrieren können. Sicherlich werden die meisten von Ihnen im Rahmen Ihrer Handarbeitskarriere schon mit Zippverschlüssen gearbeitet haben, ich möchte Ihnen aber zeigen, wie sie in Ihrer Strickerei nicht nur einem funktionellen Zweck dienen, sondern wie sie Ihrem Strickstück zusätzlich Akzente und Pepp verleihen können!

Titelbild

Materialien:

Zu Beginn verrate ich Ihnen selbstverständlich wieder, was Sie zur Verwirklichung dieses Projekts benötigen:

  • Einen handelsüblichen Reißverschluss in passender Länge (Geben Sies zu, diesen Punkt

haben Sie nach der Einleitung schon kommen sehen!). Der von mir Verwendete ist 20cm lang

  • Eine Häkelnadel und Garn in Stärke 2,5 – 3; Wollreste lassen sich hierfür gut verarbeiten, ich

habe mich für ein kräftiges Baumwollgarn von Schachenmayr entschieden. Die benötigte Menge ist abhängig von der Länge Ihres Zipps. Für einen 20cm langen Reißverschluss habe ich insgesamt ungefähr 5m gebraucht, um nicht in Wollknappheit zu geraten.

  • Ein handelsübliches Lineal oder Maßband, eine Schere, einen feinen Filz- oder anderen Stift,

der auf Ihrem Reißverschluss gut sichtbar ist, eine Stopfnadel und einen Stift/Stricknadel oder ähnliches mit 5mm Durchmesser.

  • Und zu guter Letzt: etwas Gestricktes in akuter Reißverschlussnot. Ob Sie sich dafür

entscheiden werden, das Täschchen nachzustricken, welches ich in Schritt 1 noch genauer erklären werde, oder ob Sie einen Polsterbezug, Pulli, Rock oder etwas andere zu Hause haben, an dem Sie meine Technik testen wollen, bleibt ganz Ihnen überlassen – obwohl ich Ihnen ersteres nur wärmstens empfehlen kann!

Zeitaufwand: dieser wächst naturgemäß mit der Länge des Reißverschlusses mit. Ein Zipp von20cm lässt sich meiner Erfahrung nach mit ein wenig Übung in ca. 45min gemütlich vorbereiten und einarbeiten.

Jetzt aber auf die Reißverschlüsse, fertig, LOS!

SCHRITT 1:

Als die bekennende Täschchentante, die ich nun mal bin, die ihres Zeichens am Liebsten alles in Ihrer Handtasche separat in niedliche Beutelchen verpacken, und das unter dem Vorwand der Ordnungsliebe vermarkten würde, konnte ich nicht anders, als mich als Vorzeigestücke für 2 kleine Stricktäschchen zu entscheiden. Und wie ich mich schon darauf freue, in Zukunft diversen Lippenbalsamen, Taschentüchern, Hundeleckerlis, Nagellacken, Sonnenbrillen, diversen Sicherheitsnadeln und noch Vielem mehr, ein gutes Zuhause bieten zu können. Ich habe das Garn PHIL CORDE Phildar verwendet – ein festes Baumwollgarn, mit dem sich wunderbar Projekte wie diese kleinen Täschchen oder z. B. auch größere Taschen, Schmuckstücke und wolltastische Einrichtungsgegenstände verwirklichen lassen. Stricken Sie wie ich mit Nadeln der Stärke 8 im Perlmuster, und zwar 15 Maschen über 40 Reihen, sodass Sie am Ende ein Stück Gestricktes mit den ungefähren Maßen 14x23cm vor sich liegen haben. Und schon steht die Rohform des zukünftigen Lieblingstäschchens.

bild2

SCHRITT 2:

Nehmen Sie den Reißverschluss, das Lineal und den Markierstift zur Hand. Legen Sie nun den Zipp an das Lineal an, und setzen Sie auf dem textilen Außenband im Abstand von 5mm auf beiden Seiten des Zippverschlusses Markierungen mit dem Stift.

bild3

SCHRITT 3:

Jetzt brauchen Sie die Stopfnadel, den dünnen Wollfaden und den Stift, die Stricknadel, oder welchen runden Gegenstand mit einem halben Zentimeter Durchmesser Sie in Ihrem Zuhause ausfindig machen konnten – bei mit ist es z. B. ein „zufällig“ farblich passender Buntstift.

'zutaten'

Bohren Sie die Stopfnadel, durch die Sie zuvor schon den Wollfaden gezogen haben, der am unteren Ende bestenfalls schon mit einem Knoten versehen ist, damit er später gut sitzt, durch die erste Markierung am oberen Ende Ihres Reißverschlusses, und ziehen Sie den Faden durch. Dann stechen Sie knapp neben der ersten Stelle nochmals mit der Stopfnadel ein, und ziehen so lange am Faden, bis an der Oberseite nur mehr eine kleine Fadenschlinge übrig bleibt, durch die Sie jetzt den runden ¨Platzhalter¨ führen, damit sie nicht verloren geht.

bild4

So gehen Sie für nun für alle Markierungen entlang der gesamten Länge des Reißverschlusses vor – das ist eine etwas mühselige Kleinarbeit, muss aber leider sein, damit der Zipp später gut und fest sitzt.

bild5

Ist die eine Hälfte Ihres Reißverschlusses vollständig „beschlauft“, geht es weiter mit …

SCHRITT4:

Schnappen Sie sich Ihre Häkelnadel, und lösen Sie die ersten beiden Schlaufen von Ihrem Platzhalter. Führen Sie die Häkelnadel als Nächstes von oben durch die erste Schlinge, und ziehen Sie die zweite Schlaufe durch die erste hindurch. Dann stechen Sie von oben in die zweite Schlinge ein, und ziehen die dritte hindurch – gehen Sie weiter so vor, bis alle Schlaufen der ersten Halbseite verarbeitet sind.

bild6

Wenn Sie bei der letzten Masche ankommen, vernähen Sie diese mit dem überschüssigen Restfaden, damit die Schlaufenreihe sich nicht wieder auftrennt. So, die Hälfte ist geschafft – wiederholen Sie also nun die Schritte 3 und 4 auch für die andere Seite Ihres Zipps. Und keine Sorge, da Sie jetzt bereits Übung haben, klappt es bestimmt schon ein wenig schneller und einfacher.

bild7

Mit der soeben beschriebenen Methode lassen sich Zippverschlüsse auf die unterschiedlichste Art und Weise weiterverarbeiten – natürlich auch ganz klassisch verdeckt. Da ich diese doch relativ aufwändige Vorbereitungsmethode und die damit verbundene Herumfriemelei dafür aber fast zu schade finde, möchte ich Ihnen im Folgenden in aller Kürze zwei etwas kreativere Vorgehensweisen als Alternativen zeigen, mittels derer ich selbst gerne Reisverschlüsse in meine Handarbeitsstücke integriere.

Für Version Nummer 1 verarbeite ich pro Masche meines Strickteils 2 Schlaufen am Reißverschluss. Dafür führe ich die Stopfnadel von hinten durch die Strickmasche, ziehe den Faden bis auf wenige Zentimeter durch, und steche dann von oben in die Schlinge am Zipp ein. Diesen Vorgang wiederhole ich noch ein weiteres Mal, und schon ist die erste Masche geschafft. Dieser Stich ist zwar dezent, wirkt aber trotzdem außergewöhnlicher als die übliche Art, den Reißverschluss verdeckt einzunähen.

bild8

Die 2. Variante ist perfekt für die wollhandwerklichen Allrounder unter Ihnen, denn neben dem Festmachen des Zippverschlusses mit diversen Stichen, besteht natürlich noch die Möglichkeit, ihn einzuhäkeln. Ich mache das, indem ich die einzelnen Maschen meiner Strickarbeit wie Häkelmaschen betrachte, und aus jeder zweiten Schlaufe am Reißverschluss eine feste Masche herausarbeite. Für die Umsetzung dieser Technik stechen Sie von vorne mit der Häkelnadel in die Strickmasche ein, führen sie von unten durch die Schlinge am Zipp, ziehen den Faden durch die Schlinge, und von hinten durch die Strickmasche, und häkle aus den beiden Schlaufen auf der Häkelnadel eine feste Masche an der Vorderseite der Arbeit – und voilá, der Anfang ist gemacht.

bild9

Auch wenn hier nur mit jeder zweiten Schlinge gearbeitet wird, rate ich Ihnen, trotzdem alle 5mm eine Schlaufe am Reißverschluss einzuarbeiten, da das Endergebnis bei größeren Abständen einfach unsauber aussieht, und der Zipp durch größere Abstände relativ lose am Strickstück baumeln würde. Das waren jetzt nur zwei Möglichkeiten, wie sich anhand der Vorbereitung des Reißverschlusses mittels Schlaufen selbiger nicht nur zweckmäßig, sondern zudem ein wenig außergewöhnlicher und aufregender verarbeiten lässt. Noch mehr Pfiff können Sie Ihrem Strickstück verleihen indem Sie z.b. eine kontrastierende Garnfarbe wählen, um den Zipp einzuarbeiten, oder indem Sie die Seitenteile Ihrer Arbeit mit dem gleichen Stich und der gleichen Garnfarbe aneinanderfügen, mit der Sie bereits beim Zipp gearbeitet haben, so wie Sie es bei dem blauem Fuchstäschchen auf dem Eingangsbild sehen können, und, und, und – der Fantasie sind hier wieder mal keine Grenzen gesetzt!

Ich hoffe, ich konnte Sie mit diesem Beitrag noch mehr für die Verarbeitung von Reißverschlüssen in Ihren Strickwerken begeistern – teilen Sie doch Ihre persönlichen Ideen und die Art und Weise, wie Sie meine Anregungen für sich umsetzen konnten, mit uns in den sozialen Medien! Ich freue mich auf ein baldiges Wiederlesen mit Ihnen!

PS: Fall Sie sich für mein Täschchen als Strickprojekt entschieden haben, vergessen Sie bitte nicht, die Seite noch zuzunähen ?

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Über den Autor

Vicky strickt eigentlich immer und überall, denn hat immer mindestens ein kleines Projektchen in der Tasche, um sich bei Wartezeiten oder Fahrten mit den Öffis die Zeit zu vertreiben. Vicky ist eine ehemalig Großstädterin, die es aufs Land gezogen hat. Dort lebt sie mit ihrem Hund und interessiert sich neben dem Stricken noch für tausend andere Dinge, wie Häkeln, Zeichnen, Nähen und und und, Hauptsache es ist Do-It-Yourself.




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